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Depression: Wenn das Leben seine Lebendigkeit verliert

Was ist eine Depression – und was hat sie mit unseren Gefühlen zu tun?

 

Es gibt Menschen, die haben scheinbar alles, was man für ein zufriedenes Leben braucht. Einen Beruf, eine Familie, Freunde, vielleicht ein schönes Zuhause. Sie erfüllen ihre Aufgaben, übernehmen Verantwortung und sind für andere da. Und trotzdem geht es ihnen nicht gut.
Was früher Freude bereitet hat, lässt sie zunehmend gleichgültig. Dinge, die früher selbstverständlich waren, werden anstrengend. Die Motivation verschwindet, Entscheidungen fallen schwer und selbst angenehme Unternehmungen erscheinen plötzlich sinnlos. Manchmal ist da eine tiefe Traurigkeit. Manchmal aber auch gar nichts mehr. Keine Freude, keine Begeisterung, kaum noch Interesse. Betroffene beschreiben häufig eine innere Leere, als wäre die Verbindung zu ihrem eigenen Leben verloren gegangen. Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Sie können sich sehr unterschiedlich zeigen und entstehen meist aus einem Zusammenspiel biologischer, psychischer und sozialer Faktoren. Belastende Lebensereignisse, anhaltender Stress, frühere Beziehungserfahrungen und körperliche Prozesse können dabei eine Rolle spielen.
In meiner psychotherapeutischen Arbeit interessiert mich neben diesen Zusammenhängen besonders eine Frage: Was geschieht mit einem Menschen, wenn er über lange Zeit den Zugang zu seinen eigenen Gefühlen und Bedürfnissen verliert? Denn Gefühle sind nicht einfach nur angenehme oder unangenehme Begleiterscheinungen unseres Lebens. Sie helfen uns, uns selbst und unsere Umwelt zu verstehen. Sie geben uns Hinweise darauf, was wir brauchen, was uns wichtig ist und wann etwas nicht mehr zu uns passt. Was aber geschieht, wenn wir gelernt haben, diese Hinweise nicht mehr ernst zu nehmen?

 

Gefühle als innerer Kompass

 

Stellen wir uns vor, wir hätten keinerlei Gefühle. Wir könnten zwar nachdenken, Informationen sammeln und Situationen analysieren. Aber woran würden wir erkennen, was uns wichtig ist?
Freude zeigt uns, was wir als bereichernd erleben. Angst macht uns auf mögliche Gefahren aufmerksam. Ärger kann ein Hinweis darauf sein, dass eine Grenze überschritten wurde. Traurigkeit hilft uns, Verluste wahrzunehmen und zu verarbeiten. Auch Scham, Zuneigung oder Sehnsucht enthalten Informationen über unsere Beziehungen und darüber, wie wir uns selbst erleben. Natürlich sind Gefühle nicht immer zuverlässige Ratgeber. Angst kann uns vor Gefahren warnen, die gar nicht bestehen. Ärger kann unangemessen sein und manchmal stehen unterschiedliche Gefühle miteinander im Widerspruch. Trotzdem sind sie ein wesentlicher Teil unserer Orientierung. Ohne Zugang zu unseren Gefühlen wird es schwierig, unsere eigenen Bedürfnisse zu erkennen. Wir können zwar weiterhin Entscheidungen treffen, aber wir orientieren uns dabei zunehmend an äußeren Kriterien: Was ist vernünftig? Was wird von mir erwartet? Was sollte ich tun? Was würden andere Menschen denken?
Der amerikanische Psychologe Carl Rogers beschrieb, wie wir im Laufe unserer Entwicklung lernen können, unsere unmittelbaren Erfahrungen an einem Selbstbild zu messen, das wesentlich von den Erwartungen anderer Menschen geprägt ist. Wir fragen dann nicht mehr zuerst, was wir tatsächlich empfinden, sondern ob wir so empfinden dürfen. Das klingt zunächst nach einem kleinen Unterschied. Auf Dauer kann er jedoch erhebliche Auswirkungen haben.

 

Wenn Wertschätzung an Bedingungen geknüpft ist

 

Als Kinder sind wir auf die Zuwendung unserer Bezugspersonen angewiesen. Wir brauchen nicht nur Nahrung und Sicherheit, sondern auch das Gefühl, willkommen, geliebt und angenommen zu sein.
Dabei machen wir unterschiedliche Erfahrungen. Bestimmte Verhaltensweisen werden gelobt, andere kritisiert. Manche Gefühle sind willkommen, andere weniger. Wenn wir brav sind, freuen sich unsere Eltern. Wenn wir gute Leistungen erbringen, sind sie stolz. Wenn wir wütend werden, Angst zeigen oder uns ihren Vorstellungen widersetzen, kann das zu Konflikten führen. Carl Rogers sprach in diesem Zusammenhang von Bedingungen der Wertschätzung. Ein Kind kann beispielsweise lernen, dass es besonders dann Anerkennung bekommt, wenn es erfolgreich, angepasst oder hilfsbereit ist. Aus diesen Erfahrungen entwickelt sich möglicherweise die Überzeugung, nur unter bestimmten Voraussetzungen wertvoll und liebenswert zu sein. Aus „Meine Eltern freuen sich, wenn ich gute Leistungen bringe“ wird irgendwann „Ich muss erfolgreich sein, um etwas wert zu sein“. Aus „Meine Eltern mögen es nicht, wenn ich wütend bin“ kann die Überzeugung entstehen, dass Wut etwas Schlechtes ist und deshalb nicht zu mir gehören darf.
Solche Überzeugungen werden nach und nach Bestandteil unseres Selbstkonzepts. Wir übernehmen die Bewertungen anderer Menschen und beginnen, uns selbst nach denselben Maßstäben zu beurteilen.
Dabei entsteht ein Konflikt. Unsere Gefühle und Bedürfnisse verschwinden nicht einfach, nur weil sie nicht zu unserem Selbstbild passen. Wir lernen aber möglicherweise, sie zu ignorieren, abzuwerten oder gar nicht mehr bewusst wahrzunehmen. Ein Mensch, der gelernt hat, immer stark sein zu müssen, wird sich schwertun, Hilflosigkeit zuzulassen. Wer sich nur über seine Leistung definiert, wird Schwierigkeiten haben, Ruhe zu genießen. Und wer glaubt, immer für andere da sein zu müssen, wird die eigenen Bedürfnisse möglicherweise als egoistisch erleben.
Auf diese Weise kann zwischen unserem tatsächlichen Erleben und unserem Selbstbild eine zunehmende Distanz entstehen.

 

Die Angst, ein eigenständiger Mensch zu werden

 

Der Psychoanalytiker Fritz Riemann beschäftigte sich in seinem Buch Grundformen der Angst mit grundlegenden menschlichen Ängsten und ihren Auswirkungen auf unsere Persönlichkeit. Eine seiner Überlegungen erscheint mir für das Verständnis bestimmter depressiver Entwicklungen besonders interessant: die Angst vor der Eigenständigkeit.
Riemann beschrieb bei Menschen mit einer depressiven Persönlichkeitsstruktur eine ausgeprägte Angst davor, sich von wichtigen Bezugspersonen zu lösen und als eigenständige Person zu erleben. Denn Eigenständigkeit bedeutet immer auch Abgrenzung. Ich muss erkennen dürfen, dass ich etwas anderes möchte als mein Gegenüber. Dass ich andere Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen habe. Und dass ich möglicherweise jemanden enttäuschen werde, wenn ich ihnen folge. Für einen Menschen, der früh gelernt hat, dass Liebe und Zugehörigkeit von Anpassung abhängen, kann das bedrohlich sein.
Er möchte die Beziehung nicht gefährden und beginnt deshalb, seine eigenen Bedürfnisse zurückzustellen. Er versucht, Konflikte zu vermeiden, Erwartungen zu erfüllen und für andere Menschen möglichst unkompliziert zu sein. Das Bedürfnis nach Nähe und Zugehörigkeit wird damit zunehmend wichtiger als die eigene Selbstständigkeit. Wir alle kennen diesen Konflikt in unterschiedlicher Ausprägung. Wir möchten verbunden sein und gleichzeitig unseren eigenen Weg gehen. Wir brauchen Beziehungen, möchten aber auch selbst bestimmen können, wie wir leben. Problematisch wird es, wenn wir glauben, uns zwischen diesen beiden Bedürfnissen entscheiden zu müssen.
Wenn Eigenständigkeit mit der Angst vor Ablehnung verbunden ist, kann Anpassung zu einer dauerhaften Lebensstrategie werden. Wir bleiben in Beziehungen, die uns nicht guttun, übernehmen Aufgaben, die wir eigentlich nicht übernehmen möchten, oder treffen Entscheidungen, die mehr den Vorstellungen anderer als unseren eigenen Wünschen entsprechen. Dabei ist wichtig, Riemanns Überlegungen richtig einzuordnen: Er beschrieb damit eine mögliche Persönlichkeitsdynamik, keine allgemeingültige Erklärung der depressiven Erkrankung. Nicht jeder depressive Mensch hat Angst vor Eigenständigkeit, und nicht jeder Mensch mit ausgeprägten Anpassungstendenzen entwickelt eine Depression.
Trotzdem eröffnet dieser Gedanke einen interessanten Blick auf die Frage, wie Menschen sich im Laufe ihres Lebens von sich selbst entfernen können.

 

Wenn wir uns selbst nicht mehr spüren

 

In meiner psychotherapeutischen Arbeit begegne ich immer wieder Menschen, die sehr genau beschreiben können, was andere von ihnen erwarten. Sie wissen, was ihr Partner braucht, welche Anforderungen ihr Beruf stellt und welche Verpflichtungen sie gegenüber ihrer Familie haben. Wenn ich sie aber frage, was sie selbst möchten, wird es manchmal schwierig. 
Nicht unbedingt, weil sie sich nicht trauen, ihre Wünsche auszusprechen. Sondern weil sie tatsächlich nicht mehr genau wissen, welche das sind. Über viele Jahre haben sie gelernt, ihre Aufmerksamkeit nach außen zu richten. Sie haben sich damit beschäftigt, was notwendig, vernünftig oder erwünscht ist. Die Frage nach den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen ist dabei immer weiter in den Hintergrund gerückt.
Aus personzentrierter Sicht lässt sich dieser Zustand als eine Form von Inkongruenz verstehen: Das unmittelbare Erleben eines Menschen stimmt nicht mehr mit seinem Selbstkonzept überein. Vielleicht spürt jemand Ärger, weil er ständig überfordert wird. Gleichzeitig ist er überzeugt, ein hilfsbereiter und verständnisvoller Mensch sein zu müssen. Der Ärger passt nicht zu diesem Selbstbild und wird deshalb abgewehrt. Vielleicht erlebt jemand tiefe Erschöpfung, hält sich aber für einen Menschen, der immer leistungsfähig sein muss. Anstatt die Erschöpfung als wichtiges Signal wahrzunehmen, versucht er, sich noch mehr anzustrengen.
Was kurzfristig helfen kann, Beziehungen aufrechtzuerhalten oder Anforderungen zu bewältigen, wird langfristig möglicherweise zur Belastung. Bei einer Depression kann sich dieser fehlende Zugang zum eigenen Erleben besonders deutlich zeigen. Viele Betroffene berichten nicht nur von Traurigkeit, sondern auch von Gefühllosigkeit, innerer Leere und dem Verlust von Freude. Die Fähigkeit, angenehme Erfahrungen als angenehm zu erleben, kann erheblich eingeschränkt sein.
Allerdings müssen wir hier unterscheiden: Eine depressive Erkrankung kann selbst dazu führen, dass Gefühle weniger intensiv erlebt werden oder kaum noch zugänglich erscheinen. Der fehlende Gefühlszugang ist also nicht zwangsläufig die Ursache der Depression. Er kann ebenso eine Folge oder ein Teil der Erkrankung sein. Häufig beeinflussen sich diese Prozesse gegenseitig.

 

Warum positives Denken oft nicht ausreicht

 

Menschen mit Depressionen hören häufig gut gemeinte Ratschläge. Sie sollen positiver denken, sich mehr bewegen, unter Leute gehen oder sich auf die schönen Dinge des Lebens konzentrieren. Manches davon kann tatsächlich hilfreich sein. Bewegung, soziale Kontakte und eine sinnvolle Tagesstruktur sind wichtige Bestandteile vieler Behandlungsansätze. Schwierig wird es allerdings, wenn daraus neue Anforderungen entstehen.
Ein Mensch, der ohnehin darunter leidet, ständig Erwartungen erfüllen zu müssen, bekommt nun weitere Aufgaben: Er soll aktiver sein, optimistischer denken, seine Freizeit sinnvoll gestalten und möglichst rasch wieder funktionieren. Ausgerechnet der Versuch, die Depression zu überwinden, kann damit zu einem weiteren Bereich werden, in dem er glaubt, nicht gut genug zu sein. In der personzentrierten Psychotherapie gehen wir deshalb einen anderen Weg. Wir versuchen zunächst zu verstehen, wie ein Mensch seine Welt erlebt. Welche Gefühle sind da? Welche Erfahrungen dürfen sein und welche erscheinen bedrohlich? Welche Vorstellungen hat jemand von sich selbst entwickelt und wie beeinflussen diese sein Leben?
Dabei geht es nicht darum, negative Gedanken einfach durch positive zu ersetzen. Es geht darum, das eigene Erleben wieder umfassender wahrnehmen und annehmen zu können. Ein Mensch darf erschöpft sein, ohne deshalb wertlos zu sein. Er darf wütend sein, ohne ein schlechter Mensch zu sein. Er darf Angst haben, ohne schwach zu sein. Und er darf Bedürfnisse haben, die nicht mit den Erwartungen seiner Mitmenschen übereinstimmen.

 

Kann ein Mensch depressiv sein, wenn er sich frei entfalten kann?

 

Carl Rogers ging davon aus, dass Menschen über eine grundlegende Tendenz zur Entwicklung und Entfaltung ihrer Möglichkeiten verfügen. Unter günstigen Bedingungen können sie sich zunehmend zu einer eigenständigen, offenen und mit ihrem Erleben übereinstimmenden Persönlichkeit entwickeln. Darin steckt eine bemerkenswerte Vorstellung: Wir müssen Menschen nicht von außen in eine bestimmte Richtung verändern. Wir können Bedingungen schaffen, unter denen sie ihre eigenen Entwicklungsmöglichkeiten wieder besser nutzen können. Es wäre allerdings zu einfach, daraus den Schluss zu ziehen, dass ein Mensch, der sich frei entfalten kann, nicht depressiv werden könne. Depressionen sind komplexe Erkrankungen. Auch Menschen, die in guten Beziehungen leben, ihre Bedürfnisse kennen und ein selbstbestimmtes Leben führen, können depressiv werden. Biologische Veranlagungen, körperliche Erkrankungen, Verlusterfahrungen und andere Belastungen spielen ebenfalls eine Rolle. Trotzdem halte ich den Gedanken der Selbstentfaltung für therapeutisch bedeutsam.
Denn wenn wir unser Leben dauerhaft an Vorstellungen ausrichten, die nicht unseren eigenen Bedürfnissen entsprechen, verlieren wir möglicherweise einen wichtigen Teil unserer Lebendigkeit. Wir können dann erfolgreich sein, ohne Freude zu empfinden. Wir können in Beziehungen leben und uns trotzdem einsam fühlen. Wir können alle unsere Aufgaben erfüllen und dennoch das Gefühl haben, am eigenen Leben vorbeizuleben.
Persönliche Entwicklung bedeutet aus dieser Perspektive nicht, immer mehr aus sich herauszuholen. Sie bedeutet, zunehmend das eigene Leben führen zu können. Dazu gehört auch, Grenzen zu erkennen, Entscheidungen zu treffen, andere Menschen gelegentlich zu enttäuschen und die Verantwortung für die eigenen Bedürfnisse zu übernehmen.
Das ist nicht immer angenehm. Aber es kann ein wesentlicher Schritt zu mehr innerer Stimmigkeit sein.

 

Wie wir wieder Zugang zu unseren Gefühlen finden

 

In einer hilfreichen therapeutischen Beziehung kann ein Mensch Erfahrungen machen, die sich von seinen bisherigen Beziehungserfahrungen unterscheiden. Er muss nicht besonders leistungsfähig, vernünftig oder angepasst sein, um angenommen zu werden. Er darf widersprüchliche Gefühle haben, unsicher sein und manchmal selbst nicht wissen, was er möchte. Carl Rogers beschrieb Empathie, Echtheit und bedingungslose positive Wertschätzung als zentrale Bedingungen einer solchen Beziehung.
Wenn wir erleben, dass unsere Gefühle nicht sofort bewertet, korrigiert oder infrage gestellt werden, können wir beginnen, ihnen wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Vielleicht entdecken wir hinter einer langjährigen Erschöpfung auch Ärger. Hinter dem ständigen Bemühen, es allen recht zu machen, möglicherweise die Angst, abgelehnt zu werden. Hinter dem Gefühl der Leere vielleicht Bedürfnisse, die über lange Zeit keinen Platz hatten. Solche Erfahrungen lassen sich nicht erzwingen. Es genügt nicht, einem Menschen zu sagen, er müsse jetzt besser auf seine Gefühle hören. Gerade bei einer schweren Depression kann bereits die Wahrnehmung des eigenen Erlebens ausgesprochen schwierig sein.
Veränderung braucht Zeit, Sicherheit und manchmal auch eine Kombination verschiedener Behandlungsformen. Psychotherapie kann dabei helfen, den eigenen Gefühlen wieder mit mehr Offenheit zu begegnen. Je nach Schwere und Verlauf der Erkrankung können zusätzlich medizinische Abklärung und medikamentöse Behandlung sinnvoll oder notwendig sein. Dabei ist der Weg keineswegs immer geradlinig. Manchmal beginnt er nicht mit einer großen Erkenntnis, sondern mit der vorsichtigen Wahrnehmung, dass etwas unangenehm ist. Dass eine bestimmte Situation erschöpft. Dass ein Gespräch guttut. Oder dass man etwas eigentlich gar nicht möchte. 
Es sind kleine Schritte, mit denen wir beginnen können, unserem eigenen Erleben wieder mehr Bedeutung zu geben.

 

Wieder ein eigenes Leben führen

 

Eine der größten Schwierigkeiten unserer Entwicklung liegt darin, dass wir zwei Dinge gleichzeitig brauchen: Wir möchten mit anderen Menschen verbunden sein und wir möchten als eigenständige Personen leben können. Wenn wir glauben, für das eine auf das andere verzichten zu müssen, geraten wir in einen Konflikt.
Wir passen uns an, um Beziehungen nicht zu gefährden. Wir unterdrücken Ärger, um niemanden zu enttäuschen. Wir ignorieren Erschöpfung, um weiterhin leistungsfähig zu sein. Und manchmal verlieren wir dabei aus den Augen, was wir selbst eigentlich wollen. Depressionen lassen sich nicht auf diesen Konflikt reduzieren. Aber für manche Menschen kann er ein wichtiger Teil ihrer persönlichen Geschichte sein.
In der Psychotherapie geht es deshalb nicht ausschließlich darum, Symptome zu lindern, obwohl das selbstverständlich ein wesentliches Ziel ist. Es geht auch darum, zu verstehen, wie jemand zu dem Menschen geworden ist, der er heute ist, und welche Möglichkeiten sich daraus für die Zukunft ergeben.
Wir  müssen  nicht lernen, ein völlig anderer Mensch zu werden.  Wir sollten zunächst wieder entdecken, was wir fühlen, was wir brauchen und was uns wichtig ist. Nicht, um uns von anderen Menschen zu lösen, sondern um ihnen als eigenständige Person begegnen zu können. Denn wirkliche Verbundenheit setzt nicht voraus, dass wir uns selbst aufgeben - im Gegenteil.

 

Psychotherapie bei Depressionen in Villach

In meiner psychotherapeutischen Praxis in Villach begleite ich Menschen mit Depressionen, Ängsten, Erschöpfungszuständen und persönlichen Lebenskrisen.

Als personzentrierter Psychotherapeut ist es mir wichtig, nicht nur die Symptome einer Erkrankung zu betrachten, sondern den Menschen in seiner gesamten Lebenssituation zu verstehen. Gemeinsam beschäftigen wir uns mit den Erfahrungen, Beziehungen und Vorstellungen, die das eigene Erleben prägen, und suchen nach Möglichkeiten, wieder einen besseren Zugang zu den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen zu entwickeln. Dabei geht es nicht darum, einem vorgegebenen Ideal entsprechen zu müssen, sondern den eigenen Weg zu finden.